Parthenolide der Hauptwirkstoff von Mutterkraut

Parthenolide sind der Hauptwirkstoff von Tanacetum partheniumDie wenigsten Menschen wissen was mit dem Wort Parthenolid gemeint ist. Es klingt wissenschaftlich, vielleicht auch schon etwas nach Chemie, womit wir der Sache auch schon näher kommen. Bei Parthenolid handelt es sich um den Hauptwirkstoff von Mutterkraut. Der botanische Name Tanacetum parthenium deutet dies bereits an. Studien haben gezeigt, dass Parthenolid vor allem für die Regeneration der Nerven verantwortlich gemacht werden kann. Somit ist er für die meisten positiven Wirkungen von Mutterkraut verantwortlich. In diesem Artikel wollen wir einen genaueren Blick auf die Substanz werfen.

Was sind Parthenolide?

Parthenolide gehören zu den Sesquiterpenen, von denen weitere 4 im Mutterkraut nachgewiesen werden konnten. Was die Wirkungen von Mutterkraut angeht, ist Parthenolid jedoch das bedeutsamste. Die genauen Wirkungsweisen von Sesquiterpenen sind bis heute unbekannt, trotzdem gibt es einige Studien die sich mit Parthenoliden beschäftigen.

Ohne genauer auf die chemischen Eigenschaften von Sesquiterpenen einzugehen, wollen wir auch über diese Stoffe ein paar Wörter verlieren. Insgesamt gibt es über 5000 verschiedene Sesquiterpene, diese Stoffgruppe ist typische für Korbblütler wie Mutterkraut. Trotzdem wurden sie auch in vielen anderen Pflanzen und sogar Pilzen nachgewiesen. In der Natur haben sie eine wichtige Funktion bei dem Schutz vor Fraßfeinden inne. Außerdem wirken sie hormonartig und weisen eine hohe Bioaktivität auf was das Interesse der Mediziner weckt. Wer sich mehr für den Aufbau von Sesquiterpenen interessiert, findet weiterführende Information dazu auf Wikipedia.

Nicht jedes Mutterkraut enthält Parthenolide

Das Mutterkraut erfreut sich nicht nur medizinisch gesehen großer Beliebtheit, auch als reine Zierpflanze lässt es sich in vielen Gärten finden. In Laufe der Zeit wurden verschieden Formen mit unterschiedlichen Blüten herausgezüchtet. Viele dieser Züchtungen enthalten keine Parthenolide mehr. Auch der Zeitpunkt der Ernte und die verschiedenen Bedingungen am Standort haben einen Einfluss auf den Wirkstoffgehalt. Für eine medizinische Wirksamkeit muss der Parthenolidgehalt über 3 Milligramm pro Gramm Trockenmasse liegen.

Wirkungen von Parthenoliden

Wie schon geschrieben, sind Parthenolide für nahezu alle Wirkungen von Mutterkraut verantwortlich. Positiv sind vor allem auch die Wechselwirkungen aller 5 Sesquiterpene unter einander. Sesquiterpene können mit anderen Substanzen im Körper reagieren und so auf verschiedene Weisen Einfluss nehmen. Unter anderem sind hier zum Beispiel Verbindungen mit Aminosäuren wie Cystein möglich.

Parthenolide wirken

  • antibakteriell
  • antifungal
  • entzündungshemmend
  • krebshemmend
  • aber auch zytotoxisch

Letztere Wirkung ist, wie schon beschrieben, vor allem durch die Funktion der Abwehr von Freßfeinden zu begründen. Bei Menschen kann dies in seltenen Fällen zu Kontaktallergien und Reizungen führen.

Parthenolide können Nervenschäden reparieren

Parthenolide sind in der Lage die Regeneration geschädigter Nerven deutlich zu beschleunigen. In Versuchen mit Mäusen konnte dieser Effekt bereits wissenschaftlich belegt werden. Ein Anwendungsfall bei Menschen könnte Neuropathie sein. Dabei handelt es sich um eine Schädigung der Nerven vor allem in Armen und Beinen. Knapp 8 Prozent der über 55 jährigen sind betroffen. Ursache der Schädigung können dabei verschieden sein: Unfälle, Alkohol oder andere Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes.

Für die Betroffenen bedeutet Neuropathie eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität durch Empfindungsstörungen, Schmerzen und Störungen der Motorik. Therapiemöglichkeiten beschränken sich heut leider noch auf eine Verlangsamung bzw. Stillstand der Krankheit. Eine vollständige Heilung ist aus heutiger Sicht nicht möglich.

Nachdem in Zellkulturen nachgewiesen werden konnte, dass Parthenolide das Wachstum von Nervenfasern, den sogenannten Axonen, stimulieren, wurde die Versuchsreihe fortgesetzt. Hier konnte an Mäusen mit durch Nervenschäden gelähmten Zehen die Wirksamkeit gezeigt werden.

Sesquiterpene verbessern den Blutfluss

Die Fließeigenschaften des Blutes sind ein wesentlicher Faktor bei Migräne. Der Auslöser für den verschlechterten Blutfluss sind im Fall von Migräne erhöhte Histamin, Serotonin und Noradrenalin-Werte. Die im Mutterkraut enthaltenen Sesquiterpene vermögen die Serotoninbildung zu hemmen und sorgen so für verbesserte Fließeigenschaften. Migräneattacken treten so nicht nur in verminderter Intensität sondern auch deutlich seltener auf. Die genauen Wirkmechanismen sind im einzelnen jedoch nicht bekannt. Aktuell wird das Mutterkraut von vielen Medizinern zur Vorbeugung von Migräne empfohlen, da die Teils heftigen Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamente fehlen. Auch zu dieser Thematik wird die Forschung weiter vorangetrieben.